Tote und Verwundete

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Kriege seit 1945

Verluste

Große Schlachten

Jahr Name Truppen A Trupen B Verluste A Verluste B Tote A Tote B
1914 Gefecht bei Lagarde
12.08.1914 Gefecht bei Halen 750 DE 500 BE
1914 Eroberung von Lüttich 33.000 DE 16.500 BE 5.300 DE 20.000 BE
1914 Belagerung von Antwerpen 120.000 DE 80.000
2.000
BE
GB
26.000
2.000
BE
GB
1914 Schlacht in Lothringen 400.000 DE 500.000 FR
1914 Schlacht bei Mörchingen und Dieuze
1914 Schlacht bei Neufchâteau 190.000 DE 200.000 FR 3.000 DE 5.000 FR
1914 Schlacht bei Mons 110.000 DE 77.000 GB 4.200 GB
1914 Schlacht von Le Cateau 55.000 DE 40.000 GB 3.000 DE 7.812 GB
1914 Schlacht bei St. Quentin 230.000 DE 260.000 FR 9.060 DE 12.000 FR
1914 Schlacht an der Marne 750.000 DE 1.000.000 FR 250.000 DE 250.000 FR 80.000
1.700
FR
GB
1914 Schlacht an der Aisne 750.000 DE 720.000 FR
1914 Erste Flandernschlacht 100.000 DE 58.000
60.000
22.000
GB
FR
BE
1915 Winterschlacht in der Champagne 15.000 DE 45.000 FR
1915 Schlacht von Neuve-Chapelle 10.600 DE 11.650 GB
1915 Zweite Flandernschlacht 35.000 DE 59.000
27.000
GB
FR
1915 Lorettoschlacht
1915 Herbstschlacht in der Champagne 220.000 DE 450.000 FR 89.000 DE 145.000 FR
1915 Herbstschlacht bei La Bassée und Arras 51.100 DE 48.230
61.713
FR
GB
1915 Schlacht bei Loos 25.000 DE 50.000 GB
1916 Schlacht um Verdun 337.000 DE 377.000 FR 167.000 DE 150.000 FR
1916 Schlacht an der Somme 2.500.000 GB 400.000 DE 419.654
204.533
GB
FR
125.000 DE
1916 Schlacht von Fromelles 10.000 DE 30.000 GB 1.500 DE 5.533
1.500
AU
GB
1917 Schlacht bei Arras 100.000 DE 150.000 GB
1917 Schlacht an der Aisne 163.000 DE 187.000 FR
1917 Schlacht bei Messines 26.087 DE 24.562 GB
1917 Dritte Flandernschlacht 217.000 DE 310.000 GB
1917 Schlacht bei Malmaison 28.000 DE 14.000 FR
1917 Schlacht von Cambrai 50.000 DE 45.000 GB
1918 Deutsche Frühjahrsoffensive 478.000 DE 583.000 GB 230.000 DE 300.000 GB/FR
1918 Vierte Flandernschlacht 109.300 DE 76.300
35.000
GB
FR
1918 Schlacht an der Aisne 130.000 DE 98.000
29.000
11.000
FR
GB
US
1918 Schlacht an der Marne 168.000 DE 95.000
17.000
12.000
10.000
FR
GB
US
IT
1918 Schlacht im Wald von Belleau 9.777 GB
1918 Schlacht an der Marne 168.000 DE 95.000
17.000
12.000
10.000
FR
GB
US
IT
1918 Schlacht bei Soissons 234.000 DE 345.000 FR
1918 Schlacht bei Amiens 30.000 DE
1918 Hunderttageoffensive 785.733
2.918
DE
AT
531.000
411.636
127.000
FR
GB
US
1918 Schlacht von St. Mihiel 660.000 US 7.500 DE 7.000 US 4.500 DE 2.000 US
1918 Maas-Argonnen-Offensive 550.000 US 100.000 DE 125.000
70.000
US
FR
1941/1942 Schlacht um Sewastopol 200.000 DE 140.000 SU 27.000 DE 115.000 SU 6.000 DE 18.000 SU
1941/1942 Schlacht um Moskau 1.929.406 DE 393.500 DE 1.026.000 SU
1942/1943 Schlacht von Stalingrad 850.000 DE 1.700.000 SU 545.000 DE 1.130.000 SU 150.000 DE 500.000 SU

Tote an einem Tag

Datum Kampfhandlung Tote Nat Notiz
22.04.1915 Zweite Flandernschlacht 18.000 FR 14-jähriger John Condon
01.06.1916 Schlacht an der Somme 20.000 GB davon 8.000 in der ersten halben Stunde; 2.100 Vermisste; 36.000 Verwundete

Zitate

General Émile Fayolle, Kommandeur der 70. Division, notierte verzweifelt: "Einmal mehr soll Carency angegriffen werden, sie lassen sich durch nichts davon abbringen. Das 3. Jägerbataillon hat nördlich von Ablain den mittleren Sporn der Anhöhe angegriffen, ist zerschlagen worden und hat zwei Gräben eingebüßt. Aber das bringt sie nicht zum Nachdenken. Ohne Zweifel bedeuten Angriffe nur sinnlose Verluste. Warum also weitermachen? … Ich glaube, ein Epileptiker, der herumlaufen und ständig ‚Angreifen! Angreifen!‘ schreien würde, wäre heutzutage ein großer Mann."

Joffre zog sein Fazit: "Wir müssen mehr Feinde töten, als sie von unseren Männern töten können."

General Louis Curé, der Befehlshaber des IX. Korps, appellierte persönlich an Präsident Poincaré, die sinnlosen lokalen Offensiven einzustellen.

Die Offensive führte bis zum 12. Mai zwar zur Einnahme der Lorettohöhe und der völlig zerstörten Orte Ablain-St. Nazaire, Carency und des Westteils von Souchez durch die Franzosen. Aber einem Geländegewinn von 1,9 Kilometern Tiefe auf einer Frontbreite von 5,4 Kilometern standen Verluste von 60.000 Soldaten gegenüber.

Die französisch-britischen Gesamtverluste im Raum Arras-Lille beliefen sich auf etwa 132.000 Mann. Abgesehen von den Menschenverlusten ergaben Berechnungen, dass ein Tag der Kämpfe an der Westfront den gesamten Kriegskosten von 1870/71 entsprach.

Sonstiges

Krankheiten

Im April 1918 erreichte die erste Welle der Spanischen Grippe zuerst die französische Front, dann auch die deutsche. Drei Viertel der französischen, die Hälfte der britischen Streitkräfte und rund 900.000 Mann der deutschen Streitkräfte waren durch die Grippewelle zeitweise außer Gefecht gesetzt.

Suizide bei Veteranen

Jeden Tag nehmen sich 20 US-Kriegsveteranen das Leben[1]
Auch im amerikanischen Militär sind seit 2001 mehr aktive Soldaten durch eigene Hand gestorben als durch Frontkämpfe im Irak und in Afghanistan zusammen: fast jeden Tag einer.[1]
Die Suizidrate von Kriegsveteranen bewegt sich jedoch in gänzlich anderen Dimensionen: Anfang 2013 schätzte das Veteranenministerium die Opferzahl anhand von Sterbeurkunden aus 21 amerikanischen Gliedstaaten auf 22 pro Tag.[1]
Im Juli des letzten Jahres doppelte die Veteranenbehörde dann mit ihrer ersten flächendeckenden Erhebung nach. Gestützt auf eine Studie, die über 55 Millionen Veteranen-Akten aus den Jahren 1979 bis 2014 untersucht hatte, kam das Amt auf 20 Suizide pro Tag.[1]
Seit 2001, vor allem aber seit der Irak-Invasion vom 20. März 2003, haben Suizide von ehemaligen Armeeangehörigen um 32 Prozent zugenommen. Besonders besorgniserregend: Unter den 18- bis 29-jährigen Männern hat sich die Zahl der Opfer mehr als verdoppelt. Bei Frauen - viele erlitten sexuelle Gewalt - ist sie sogar um 89 Prozent in die Höhe geschnellt.[1]
Der 19-jährige John Lutz aus Davie in Zentralflorida überstand seinen ersten Einsatz im Irak noch weitgehend unbeschadet, erzählt seine Mutter Janine. «Er erlebte dort einige Grausamkeiten mit. Aber als er 2007 nach Hause kam, hatte er noch immer dieses gleiche, wunderbare Lächeln. Er war derselbe Mensch.» Doch als er drei Jahre später aus Afghanistan heimkehrte, erkannte sie ihren Sohn nicht wieder. «Seine Augen waren leer, er zeigte keinerlei Emotionen. Ich wusste zwar, dass er gerade aus der Hölle gekommen war. Aber ich hatte keine Ahnung, dass er zu Hause noch immer in dieser Hölle steckte.»[1]
Doch selbst jene, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatten und in den USA als Helden empfangen wurden, werden die Dämonen der Vergangenheit nicht los. «Ich habe zwar vergessen, was ich gestern zu Mittag gegessen habe», erzählt der 94-jährige Norman Bussel aus Mohegan Lake im Gliedstaat New York, «aber die Ereignisse vor siebzig Jahren sind unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt.» Bussel war knapp zwanzig Jahre alt, als die deutsche Flugabwehr seinen B-17-Bomber am 29. April 1944 über Berlin abschoss. Vier seiner Kameraden überlebten den Treffer nicht.

Als der 21-Jährige zurück in den USA war, wurden zwar seine zahlreichen Brand- und Schrapnell-Wunden verarztet. Aber für das, was heute unter dem Begriff «battle fatigue» bekannt ist, gab es damals weder einen Namen noch eine Therapie. Und so verliess auch Bussel der Lebensmut. «Aber nur einmal», räumt der 94-Jährige ein und erzählt: Es war am 25. Jahrestag seines B-17-Absturzes. Der gebürtige Südstaatler lebte damals in Manhattan und trank von morgens bis abends. An jenem Tag wollte er sich von der Queensboro Bridge an der 59. Strasse stürzen. Seine damalige Frau zerrte ihn herunter. «Ich denke noch heute jeden Tag an meine vier Crewmitglieder. Die Schuld, überlebt zu haben, ist mein grösster Stressfaktor.»[1]

Tag für Tag melden sich acht bis zehn neue Hilfesuchende bei der Organisation für Hinterbliebene von Armeeangehörigen und Veteranen.[1]
Nach dem Vietnamkrieg begingen mehr US-Veteranen Selbstmord als im Krieg starben. Alarmierende Zahlen auch bei Soldaten, die im Irak und in Afghanistan dienten.[2]
Die Zahl der Vietnam-Veteranen, die ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt hätten, sei mit mehr als 58.000 inzwischen höher als die Zahl der US-amerikanischen Kriegstoten.[2]

Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Rita Schwarzer: Jeden Tag nehmen sich 20 US-Kriegsveteranen das Leben. In: Neue Züricher Zeitung (11.11.2017). Nach: https://www.nzz.ch/gesellschaft/die-gebrochenen-helden-ld.1326621 Zugriff am 04.01.2020.
  2. 2,0 2,1 Die Presse: Vietnam-Veteranen: Mehr Suizide als Kriegstote (24.10.2007) Nach: https://www.diepresse.com/338984/vietnam-veteranen-mehr-suizide-als-kriegstote Zugriff am 04.01.2020.